Snooker in Kairo (gebundenes Buch)

Roman
ISBN/EAN: 9783406719028
Sprache: Deutsch
Umfang: 256 S.
Format (T/L/B): 2.5 x 21 x 13 cm
Einband: gebundenes Buch
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In "Snooker in Kairo" geht es um Ram, einen ägyptischen "Fänger im Roggen" als Ich-Erzähler, und seinen Freund Font, ihre Familien und Freunde, und um seine Liebe zur Jüdin Edna. Ram und Font stammen aus der ägyptischen Oberschicht, es ist das Kairo der 1950er-Jahre, das heute sehnsüchtig verklärt wird. Sie sind eher europäisch, aber nicht arabisch geprägt und schon gar nicht religiös. Waguhi Ghalis glänzend geschriebener, einziger Roman wurde während des arabischen Frühlings zu einem Fanal für die Demonstrierenden, weil das von ihm beschriebene Ägypten unter Nasser mit seiner Repression so sehr an die Gegenwart erinnert. Die jungen Leute verachten die dekadente Schicht, aus der sie teilweise kommen, und bleiben doch gefangen in den Annehmlichkeiten, die sie gewohnt sind, sie wirken orientierungslos und verloren, zynisch, empfindsam, komisch, anarchisch und voll Lebenshunger. "Snooker in Kairo" zeichnet ein faszinierendes Zeitbild, mit trockenem Humor und voller Melancholie, und erzählt die aufwühlende, gefährliche Liebesgeschichte zwischen Ram und Edna. Teilweise wie ein "Großer Gatsby" in Kairo, ein erstaunlich aktuelles und doch zeitlos schönes Buch.
Waguih Ghali, zwischen 1927 und 1929 in Kairo geboren, studierte in Alexandria, Kairo und Paris Medizin, allerdings ohne Abschluss, und lebte später in Schweden und Deutschland, wo er verschiedenen Berufen nachging. Nachdem er schon Mitte der 50er-Jahre in London gelebt hatte, kehrte er 1966 wieder dorthin zurück. 1964 war bei André Deutsch in London sein Roman "Beer in the Snooker Club" erschienen. 1969 nahm sich Ghali mit Schlaftabletten in der Wohnung seiner Lektorin und Freundin Diana Athill das Leben. Seine Tagebücher sind posthum erschienen. Maria Hummitzsch (Übersetzerin), 1982 geboren, übersetzt aus dem Englischen und Portugiesischen, u. a. Helen Walsh, Beatriz Bracher und Shani Boianjiu, für C.H.Beck Carola Saavedras "Landschaft mit Dromedar" und von Jessica Keener "Schwimmen in der Nacht" (2014).